Die mediterrane Sonne streichelte unsere deutschen Seelen, als wir uns unserem Ziel im Norden der Insel näherten, einem kleinen Örtchen namens Tempio Pausania. Ganz anders als das klassische Bilder der Insel findet sich im Hinterland deutlich mehr Bewuchs, will sagen: Wald! Knorrige und sich in den klaren italienischen Himmel reckende Korkeichen mit ihrer zerklüfteten und weichen Rinde, die regelmäßig abgeschält wird und die Bäume wie geschorene Schafe wirken lässt. Hier gibt es noch viel Platz, die Gegend ist nicht annähernd so touristisch bedient wie die Küstenregionen und man kann hier, wie wir später herausfinden sollten, stundenlang mit dem Bike über abgeschiedene Wege gondeln, ohne von anderen Menschen gestört zu werden. Ende September war die Sonne nicht mehr so biestig, wie man sie zur Sommerzeit kennt, sondern sanft und angenehm. Sardinien selbst ist mit 24.089 Quadratkilometern die zweitgrößte Insel im Mittelmeer und hat mit etwas über 1,5 Millionen Menschen etwa so viele Einwohner wie München. Das Klima ist lagebedingt mediterran und, wenn man sich etwas zusammenreißt, kann man hier das ganze Jahr über Radfahren, Wandern oder Surfen. Die Winter sind mild, in Höhenlagen fällt aber dennoch Schnee: im zentralen Gebirgsrücken finden sich Gipfel bis über 1.800 m Höhe, direkt bei Tempio erhebt sich der Monte Limbara mit einer Krone aus Radar- und Mobilfunkantennen sowie einer ausgedienten Stationierung der US Airforce. Die Sarden sind, soweit wir das bisher feststellen durften, ein gastfreundliches und offenes Volk und dem Tourismus gegenüber mehr als offen. Man hat früh erkannt, dass ohne nennenswerte Industrie das Geschäft mit uns Urlaubern am lohnenswertesten ist.

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